Archiv für May 2007

Ingrid Betancourt: startet ein Gefangenenaustausch?

Ingrid BetancourtIm Fall Ingrid Betancourt gibt es weitere Neuigkeiten. Bereits letzte Woche berichteten wir, dass die Regierung Kolumbiens in den nächsten Wochen zahlreiche Guerilleros freilassen wollte. Die Aktion konkretisiert sich nun. Der Vorstoss kam von Alvaro Uribe überraschend. Er begründete ihn damit, dass ein Gefangenenaustausch nicht möglich sei (da er sich niemals auf die von der FARC geforderte entmilitarisierte Zone einlassen würde) und dies ein Zeichen des guten Willens sei in der Hoffnung die FARC würde dem Beispiel folgen.

Nun gibt es Anzeichen, dass durch den neuen französischen Präsidenten Sarkozy weiter Bewegung in den Fall gekommen ist. Continue reading ‘Ingrid Betancourt: startet ein Gefangenenaustausch?’

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EPS & sisben: Gesunheitswesen in Kolumbien

DoctorWie steht es um das Gesundheitswesen in Kolumbien, werden alle Kolumbianer versorgt oder gibt es die medizinische Versorgung nur für Besserbetuchte?

Zu diesem Thema sprach ich mit Maria Isabel, eine Sozialarbeiterin im San Vicente Krankenhaus in Medellin. In ihrer Arbeit unterstützt sie die Patienten und die Angehörigen bei Fragen zu ihrem Krankenhausaufenthalt.

Grundsätzlich wird das Gesundheitswesen in zwei Kategorien unterteilt:
a) Regimen contributibo (zahlende Registrierungsform)
b) Regimen subsidiado (subventinionierte Registrierungsform)

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Keine Länderspiele mehr in Bogota

El CampinAm heutigen Sonntag ist in Zürich der 57. FIFA Kongress zu Ende gegangen. Dabei wurde eine Entscheidung gefällt, die die komplette Länderspielplanung in Südamerika umwerfen wird.

In einer Pressemitteillung wurde nüchtern folgender Beschluss verkündet:

Aus medizinischen Gründen und damit zum besseren Schutz der Spieler entschied die Exekutive, dass in Zukunft keine internationalen Spiele mehr an Orten über 2500 Metern über Meer ausgetragen werden dürfen.

Das bedeutet, dass die Qualifikationsspiele zur WM 2010 in Südafrika nicht in Bogota, La Paz und Quito stattfinden werden können. Das bekannte Stadion “El Campin” in Bogota (siehe Foto) wird demnächst also keine Länderspiele mehr austragen dürfen.

Erfreut über die Entscheidung dürften die Mannschaften aus Argentinien und Brasilien sein, die regelmäßig in der Höhe Probleme bekamen.

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Gefangene FARC-Guerilleros bald frei?

Alvaro UribeAm vergangenen Freitag überraschte Uribe mal wieder alle: Aus Staatsgründen, müsse er bis zum nächsten 07. Juni die Gesamtheit oder einen großen Teil der inhaftierten FARC-Guerilleros an einem anderen Ort außerhalb der Gefängnisse haben!

Diese Ankündigung traf alle unvorbereitet und so wird gerätselt, was wohl dahinter steckt. War es ein Manöver um vom Para-Skandal abzulenken? Sollte damit etwa die Empörung über seinen Vorschlag gedämpft werden, allen Beteiligten, die mit illegalen Gruppen zusammen gearbeitet haben und nun die Wahrheit sagen würden, Straffreiheit zu gewähren. Zwar nannte er juristische Auflagen dazu und schloss aus, dass Gewaltverbrechen unter diese Amnestie fallen würden, aber die Öffentlichkeit sah hierin vor allem einen Versuch, die in dem Para-Skandal verwickelten Politiker frei zu bekommen.
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Presseschau und Berichte über Kolumbien

Was wurde in den letzten Tagen in und über Kolumbien in der Presse und in Blogs geschrieben?

deutsche Presse:
- standard.at: Ein Land der Heuchler
- standard.at: Rebellen wollen mit Sarkozy über Geiseln verhandeln
- standard.at: Staatschef will FARC-Gefangene in zwei Wochen freilassen
- standard.at: Aussage eines Ex-Paramilitärs lässt Politiker zittern
- heute-online.ch: Kolumbien will Wirtschaftswachstum bremsen
- standard.at: Präsident für Auslieferungsantrag gegen Chiquita-Manager
- Le Monde (deutsche Übersetzung): Versteckte Gräber und offene Geheimnisse

andere deutsche Berichte:
- Lebenshaus Schwäbische Alb 168 Särge für den Staatsanwalt
- Williams Blog: Was essen Kolumbianer eigentlich?
- Onca: Kaffee aus Vietnam

Sind solche Auflistungen interessant für euch? Wenn ihr ein Interesse daran habt wöchentlich solch eine Presseübersicht zu erhalten, hinterlasst bitte einen kurzen Kommentar.

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Peinlich: Kolumbiens höchstes Gebäude wird wieder abgebaut

Torre de la EscolleraUm den Torre de la Escollera in Cartagena gab es von Anfang an viel Wirbel. Das Gebäude sollte 58 Stockwerke haben und damit das höchste Gebäude Kolumbiens werden. Da die Grundfläche sehr gering ist, bekam das Gebäude auch den Titel “Turm” verliehen.

Bereits vor Wochen wurde diskutiert: wer steckt hinter dem Projekt, warum wurde die Baugenehmigung gegeben, ist der Turm stabil genug? Nachdem die Pläne des Architekten veröffentlicht wurden meldeten sich viele Kollegen und meinten, dass die Berechnungen falsch seien.

Allen Unkenrufen zum Trotz wurde weiter gebaut. Bis zum Stockwerk 53, danach bekamen die Nachbarn Angst um ihr Leben, so stark wackelte der Turm. Das Bauamt in Cartagena überpüfte die Genehmigung und zog sie schließlich wieder zurück. Damit ist klar: in den nächsten Wochen wird das halbfertige Gebäude wieder abgebaut und die Streitigkeiten rund um die Kosten werden beginnen.

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Juan Valdez kooperiert mit Coca Cola

Juan ValdezJuan Valdez ist auf den Spuren von Starbucks. Juan Valdez ist die Marke der Vereinigung der kolumbianischen Kaffeeanbauer. Das Logo von Juan Valdez: der Kaffeeanbauer neben seinem Esel ist auch in Deutschland sehr bekannt.

Für Nordamerika konnte die Vereinigung nun 11.000 neue Vertriebsstellen melden. Dies wurde durch eine Einigung mit Coca Cola möglich. Diese Restaurants werden von Coca Cola beliefert und sollen nun auch kolumbianischen Kaffee verkaufen. Gabriel Silva, Chef bei Juan Valdez verspricht sich davon den Verkauf von zusätzlichen 45.000 Kaffeesäcken nach Nordamerika.

Sollte die Kooperation erfolgreich verlaufen, so erhoffen sich die Kolumbianer nach und nach Zugang zu den insgesamt 450.000 Restaurants, die von Coca Cola beliefert werden.

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Politische Morde in Kolumbien

Die Kommentare zu einem standard.at Artikel geben es wieder. Die Meinungen sind polarisiert: wer hat angefangen: die Paras oder die Guerilla? Wer hat die größere Schuld an den heutigen Problemen Kolumbien? Wer ist grausamer?

Um es vorweg zu nehmen: Für mich ist die rechte wie die linke Gewalt abscheulich, unentschuldbar und keine besser oder schlechter als die andere. Die grausame Gewalt, die von der Guerilla und den Paras ausging und immer noch ausgeht konzentriert sich bei der Guerilla vor allem auf Entführungen und bei den Paras vor allem auf Morde.

Die kolumbianische NGO hat in den letzten 10 Jahren die Anzahl der Opfer außergerichtlicher Strafausführungen, politisch motivierter Morde und verschwundene Personen mit unbekannten Schicksal erfasst. Hier Übersicht der Anzahl der Toten, die jede Tätergruppe zu verantworten hat:

Statistik 1

Statistik 2

(Quelle: Statistiken der NGO coljuristas.org)

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Kolumbien - Lehrerstreik geht weiter

02.jpgFür den heutigen Freitag hat die Vereinigung kolumbianischer Erzieher (”Federación Colombiana de Educadores = Fecode”) zu weiteren Kundgebungen aufgerufen. Schon am vergangenen Mittwoch, 22.05.07, wurde Landesweit gegen Teile des kurz vor seiner Verabschiedung stehende Gesetz, welches die Verteilung des Staatshaushalts regeln soll, protestiert. Landesweit gingen eine geschätzte Million Menschen (50.000 davon in Bogota) auf die Straße.

Für die Fecode stellt die neue Verteilung der Staatsmittel die finanzielle Existenz der staatlichen Schulen und Universitäten in Frage. Dieses Gesetz sieht bis 2016 die Streichung von 20 Billionen Pesos (ca. 7,5 Millionen EUR) vor, die für die Erziehung vorgesehen waren. Fedeco geht gegen diese Kürzungen auf die Straße.

Eigentlich eine klare Sache. Da aber in Kolumbien Vorwahlkampf ist (im Oktober stehen die wichtigen Regionalwahlen an) sind solche Veranstaltungen immer eine willkommene Bühne um Wahlkampf zu betreiben. So nutzt die stärkste Oppositionspartei die Chance und war am Mittwoch bei den Kundgebungen in Bogota mit ihrer Führungsriege vertreten.

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Universitäten bis auf weiteres geschlossen

Geschlossen Seit Anfang des Monats sind die Vorlesungssäale aller Öffentlichen Universitäten Kolumbiens verweist, denn die Professorinnen und Professoren streiken. Sie werden dabei von den Studentinnen, Studenten, Arbeiterinnen und Arbeitern der Unis unterstützt. Sie streiken weil am 2. Mai im Parlament ein weiterer Teil des “Nationalen Plans zur Entwicklung” (Plan Nacional de Desarrollo) verabschiedet wurde, der unter anderem neue Regelungen im Bildungsektor vorsieht.
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